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It has been said...

Ich habe die ganzen 21 Jahre lang, die ich mittlerweile auf der Welt bin, nie an mir selber gezweifelt oder an dem was ich tue ( zumindest in dem Moment) und jetzt bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich mich Frage ob meine Mutter weiß wer ich bin und und ob sie sich bewusst ist, dass ich existiere, da sie es immerhin war, die mich auf die Welt gebracht hat.

Jeder vernünftige Mensch fragt sich jetzt sicherlich, warum ich mit 21 Jahren noch so einen Aufstand um solche Kleinigkeiten mache. Ich bin auf dem Papier erwachsen,aber fühle mich zum Teil noch wie ein kleines Kind. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine so rosige Kindheit hatte wie manch anderer, mir es aber durchaus noch schlechter ergehen hätte können. Mein Vater hat sich in dem Jahr umgebracht, in dem ich 7 Jahre alt wurde und unter anderem eingeschult wurde. Meine Einschulung muss damals wie ein Film an meiner Mutter vorbei gezogen sein, wie eigentlich ihr komplettes Leben. Ganz im Gegensatz zu mir. Welche Ausffassung vom Tod hat man schon im Alter von 6 Jahren? Man realisiert zwar, dass der Mensch nie wieder kommen wird, aber meiner Meinung nach, hat man zu diesem Zeitpunkt noch ein ganz anderes Gefühlsempfinden, wie beispielsweise einer Erwachsener. Ich kannte meinen Vater also gerade mal 6 Jahre und kann heute trotzdem sagen, dass wir, auch wenn es hart klingt, ohne ihn besser dran sind. Natürlich war es damals ein Schock und ist es heute immer noch, wenn man realisiert, dass die Familie auseinander gerissen wurde.

Als dann noch vor ein paar Jahren der Krebs bei meiner Mutter diagnostiziert wurde, war die Welt schon wieder fast am untergehen. Wir hatten Angst und gingen davon aus, dass sie nicht einmal mehr 6 Monate zu leben hätte. Gott sei Dank hat sich dies nicht bestätigt. Mittlerweile ist sie auf extem gesunde Kost umgestiegen und versucht alle "krebsfördernden" Dinge aus ihrem Leben zu lassen. Die Nachricht der Krankheit löste in meinem Kopf ein regelrechtes Horrorszenario aus. Als damals mein Vater starb, schlug ich im wahrsten Sinne des Wortes, vollkommen über die Stränge. Ich bekam sofort Panik, dass sich alles wiederholen würde. Es baute sich eine höllische Angst in mir auf, dass ich meine Mutter verlieren würde und dann komplett versagen würde. Sobald sie auch nur 10min später als normal nach hause kam, hing ich am Telefon und gab vor irgendwas wissen zu wollen. In Wirklichkeit wollte ich einfach nur ihre Stimme hören und Gewissen haben, dass es ihr gut geht. Es dauerte lange bis ich mir dieses Verhalten selber eingestehen konnte. Meine Mutter merkte nichts davon, wie ich herausfand, als ich ihr davon erzält habe. Vielleicht find ihr Desinteresse schon früher an, als ich vermute. Mittlerweile habe ich das Gefühl, einfach kein Teil mehr von ihrem Leben zu sein oder ihr vollkommen fremd zu sein. 

Es sind immer wieder die kleinen Dinge im Alltag die mich so langsam an meiner eigenen Existenz zweifeln lassen. Was besagt nochmal die Chaostheorie? " It has been said that something as small as the flutter of a butterflys wing, can ultimately cause a typhon halfway around the world". Ein simples Beispiel ist mein im Juni bevorstehender Abiball. Nach 14 Jahren habe ich es endlich bis zum Abitur geschafft und ich freue mich seit einer Ewigkeit auf diesen Ball. Fast schon wie ein Teenager aus einem amerikanischen Teeniefilm, der sich eigentlich sein ganzes Leben lang nur auf seinen Abschlussball vorbereitet. Natürlich weiß ich, dass der Ball nicht DAS Ereignis im Leben seines Kindes ist, was wirklich ausschlaggebend ist, aber wie gesagt ich freue mich riesig darauf. Ich hab meiner Mutter also vor einigen Tagen das genaue Datum genannt und ihr Kommentar war nur. "Ich hab da kein Bock drauf". Zugegeben, es klingt ein bisschen assozial, was meine Mutter defintiv nicht ist, aber ich war wirklich enttäuscht. Bereits mit 16 bin ich alleine zu meinem Tanzkursabschlussball gegangen und es war defintiv eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche. Mit dem Abiball würde sie mir einen Teil meiner "Kindheit" wieder schenken, weil ich keine richtige hatte, Dank dem frühzeitigen Ableben meines Vaters. Ich habe mit 7 bereits auf meine zwei jüngeren Geschiwster ausfgepasst und habe halb einen Haushalt geschmissen. Vielleicht ist sie sich dessen einfach nicht bewusst. Natürlich kann man nicht in mich reinschauen, aber als meine Mutter könnte sie mich doch wenigstens so weit kennen, dass sie weiß, wieviel es mir bedeuten würde.

Im Endeffekt möchte ich nur sagen, dass ich einfach wieder das Gefühl haben möchte, dass ich lebe und jemand bin.

 

 

17.12.10 17:47

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